Was passiert eigentlich, wenn man sich selbst trifft? Nicht im Zuge eines Yoga-Selbstfindungstrips, sondern echt, physisch, im wirklichen Leben. Damit sieht sich Hendrik konfrontiert, als er in einem Kiosk vor sich an der Kasse einen Mann entdeckt, der zwar viel älter als er selbst, aber eindeutig er selbst ist. Er läuft ihm nach.
„Er war viel älter als ich, bewegte sich anders, sprach anders und war dennoch ich mit jeder Pore ich.“ – Diese Begegnung mit sich selbst bringt Hendriks Leben völlig durcheinander. Er ist wie besessen von seinem Doppelgänger. Doch die Beziehung, die sich entwickelt bleibt rätselhaft. Irgendetwas scheint der Andere zu verheimlichen.
Nach ihrem Überraschungserfolg „Nincshof“ und dem beim Bachmann Preis ausgezeichneten Text „Das Gurkerl“ legt Johanna Sebauer mit „Popóm“ einen soliden Zweitling nach. Der Roman reget zur Selbstreflektion an und auch wenn er das Potential des Doppelgänger Settings nicht immer ganz ausschöpft, überzeugt er vor allem mit einem literarisch guten Ende.
